Was ist eine IP-Adresse?
Eine IP-Adresse (Internet Protocol-Adresse) ist eine eindeutige numerische Kennzeichnung, die jedem Gerät in einem Netzwerk zugewiesen wird. Sie erfüllt zwei Aufgaben: das Gerät zu identifizieren und seinen Standort anzugeben, damit andere Geräte wissen, wohin sie Daten senden sollen.
IPv4
IPv4-Adressen sind das ursprüngliche Format, geschrieben als vier durch Punkte getrennte Zahlen. Jede Zahl reicht von 0 bis 255:
93.184.216.34
IPv4 bietet rund 4,3 Milliarden eindeutige Adressen. Das klang in den 1980er-Jahren nach reichlich, aber der Adresspool ist seit 2011 praktisch erschöpft. Techniken wie NAT (Network Address Translation) haben seine Lebensdauer verlängert, aber IPv6 ist die langfristige Lösung.
IPv6
IPv6-Adressen sind 128 Bit lang, geschrieben als acht Gruppen von vier hexadezimalen Zeichen, getrennt durch Doppelpunkte:
2606:2800:0220:0001:0248:1893:25c8:1946
Führende Nullen in einer Gruppe können weggelassen werden, und aufeinanderfolgende Gruppen aus Nullen können durch :: ersetzt werden:
2606:2800:220:1:248:1893:25c8:1946
IPv6 bietet ungefähr 340 Sextillionen (3,4 x 10^38) Adressen — genug, damit jedes Gerät auf der Erde Milliarden von Adressen haben kann.
Öffentliche vs. private Adressen
Nicht jedes Gerät benötigt eine weltweit eindeutige Adresse. IP-Adressen werden in zwei Kategorien unterteilt:
Öffentliche Adressen
- Weltweit eindeutig und im Internet routbar
- Von deinem Hosting-Anbieter oder ISP zugewiesen
- Was die Außenwelt nutzt, um deinen Server zu erreichen
- Beispiel:
93.184.216.34
Private Adressen
- Innerhalb lokaler Netzwerke verwendet (Zuhause, Büros, Rechenzentren)
- Nicht im öffentlichen Internet routbar
- Mehrere Netzwerke können dieselben privaten Bereiche ohne Konflikte verwenden
Gängige private IPv4-Bereiche:
| Bereich | Adressen | Typische Verwendung |
|---|---|---|
10.0.0.0/8 |
16,7 Millionen | Große Unternehmensnetzwerke |
172.16.0.0/12 |
1 Million | Mittlere Netzwerke |
192.168.0.0/16 |
65.536 | Heim- und kleine Büronetzwerke |
Ein Router mit NAT übersetzt zwischen privaten und öffentlichen Adressen und ermöglicht es vielen Geräten in einem lokalen Netzwerk, eine einzige öffentliche IP zu teilen.
CIDR-Notation
CIDR (Classless Inter-Domain Routing) ist eine kompakte Darstellung eines IP-Adressbereichs. Sie kombiniert eine IP-Adresse mit einer Präfixlänge, die angibt, wie viele Bits den Netzwerkanteil definieren:
93.184.216.0/24
Das /24 bedeutet, dass die ersten 24 Bits die Netzwerkkennung sind, und die übrigen 8 Bits für Host-Adressen verbleiben. Das ergibt 256 Adressen (93.184.216.0 bis 93.184.216.255).
Gängige Präfixlängen:
| CIDR | Adressen | Hinweise |
|---|---|---|
/32 |
1 | Ein einzelner Host |
/24 |
256 | Ein typisches kleines Subnetz |
/16 |
65.536 | Ein großes Subnetz |
/8 |
16,7 Millionen | Ein riesiger Netzwerkblock |
Für IPv6 gilt dieselbe Notation, aber mit größeren Präfixlängen. Eine typische Serverzuweisung ist ein /64, das 18,4 Trillionen Adressen bietet.
Statische vs. dynamische Adressen
- Statisch — einem Gerät dauerhaft zugewiesen. VPS-Server verwenden statische IPs, damit sie immer unter derselben Adresse erreichbar sind
- Dynamisch — temporär von einem DHCP-Server zugewiesen und kann sich im Laufe der Zeit ändern. Üblich bei Heim-Internetanschlüssen
Alle Sitequest-VPS-Instanzen erhalten statische öffentliche IPv4- und IPv6-Adressen.
Reverse DNS (rDNS)
Standard-DNS ordnet einen Domainnamen einer IP-Adresse zu (Vorwärtsauflösung). Reverse DNS macht das Gegenteil — es ordnet eine IP-Adresse einem Domainnamen zu.
Reverse DNS verwendet PTR-Einträge (Pointer). Zum Beispiel:
- Vorwärts:
mail.example.com->93.184.216.34 - Rückwärts:
93.184.216.34->mail.example.com
Reverse DNS ist wichtig für:
- E-Mail-Zustellung — viele Mailserver lehnen Nachrichten von IPs ohne gültige rDNS-Einträge ab
- Protokollierung und Diagnose — Hostnamen in Logs sind lesbarer als reine IPs
- Reputation — Dienste verwenden rDNS, um zu überprüfen, ob eine IP zu einer legitimen Organisation gehört
Du kannst PTR-Einträge für deine Sitequest-VPS-IPs im Dashboard verwalten. Details findest du unter Reverse DNS.
IP-Adressen auf deinem VPS
Wenn du einen VPS bei Sitequest erstellst, erhält er:
- Mindestens eine öffentliche IPv4-Adresse — verwendet für SSH, Web-Traffic und alle eingehenden Verbindungen
- Eine öffentliche IPv6-Adresse — für moderne Dual-Stack-Konnektivität
- Ein Gateway — die Router-Adresse, über die dein Server das Internet erreicht
Du kannst die IP-Adressen deines Servers einsehen und verwalten, zusätzliche IPs hinzufügen und rDNS im Bereich Netzwerk deines Dashboards konfigurieren.
Nächste Schritte
- Netzwerkeinstellungen verwalten für deinen VPS
- Reverse DNS konfigurieren für deine IP-Adressen
- Erfahre mehr über den Netzwerk-Stack und wie Protokolle wie TCP und UDP funktionieren